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    <title>Radio Vatikan - Clips-GER</title>
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    <description>Die Stimme des Papstes und der Weltkirche</description>
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      <title>Algerien: Papst hilft bei Restaurierung von Augustinuskirche</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562531</link>
      <description>  00:03:14:40  Dafür greift auch der Papst zum Portemonnaie: Benedikt XVI. hilft bei der Finanzierung von Restaurierungsarbeiten an der Augustinuskirche von Annaba. Der Bau vom Anfang des 20. Jahrhunderts steht in Algerien – in der Nähe der Ruinen der antiken Stadt Hippo, deren Bischof der heilige Augustinus einst war. Christen gibt es hier fast keine mehr, aber immer wieder kommen doch Pilger zur Wirkungsstätte von Papst Benedikts wohl liebstem Heiligen. 


„Wir alle wissen, wie sehr der heilige Augustinus unserem Papst am Herzen liegt“, sagt der heutige Bischof von Constantine-Hippo, Paul Desfarges. „Die Augustinusbasilika ist keine Kirche wie jede andere; sie ist geistlicher Mittelpunkt für Augustinerpatres, die hier arbeiten, und für die Kleinen Schwestern der Armen, die hier in der Nähe alte Menschen betreuen. Sie ist ein starkes Symbol für friedliches Zusammenleben mit Muslimen, für menschliche und geistliche Brüderlichkeit: Hier werden die Barrieren zwischen Kulturen und Glaubensbekenntnissen überwunden. Der hl. Augustinus verweist uns alle auf das Wesentliche für jeden Menschen. Diese Basilika vereint Orient und Okzident – hier sind alle zuhause, die nach dem Sinn und der Wahrheit suchen.“


Von hoher Symbolkraft ist, dass auch die Behörden von Algerien zur Restaurierung beitragen, selbst wenn das Land fast zu hundert Prozent islamisch ist – und auch die Behörden der früheren Kolonialmacht Frankreich. Doch so wuchtig die maurisch inspirierte Basilika von Hippo auch daherkommt, so schrumpfförmig ist doch auch die Realität der Christen in Hippo, in Algerien überhaupt. Von einem einheimischen Christentum kann hier keine Rede sein, man spricht französisch, nicht arabisch.


„Wir sind eine kleine, diskrete, bescheidene Kirche, uns geht es nur noch ums einfache Dasein. Wir fühlen uns hier zu Gast. Natürlich stoßen wir manchmal auf Schwierigkeiten, etwa was die Gewissensfreiheit von denen betrifft, die Christus begegnet sind.“


Das ist eine etwas verschleierte Formulierung: Gemeint ist, dass das Übertreten vom Islam zum Christentum in Algerien schlechthin nicht möglich ist.


„Es ist nicht einfach für uns, das Kreuz fehlt nicht auf unserem Weg. Aber in Jesus hat Gott sein Zelt unter uns aufgeschlagen, und wir wissen, dass viele hineindürfen in dieses Zelt. Wir wissen genau, dass der Geist im Herzen jedes Menschen wirkt, und oft sind wir überrascht angesichts der geistlichen Begegnungen, die wir erleben...“


Wie in anderen Ländern Nordafrikas auch haben es vor allem evangelische Gruppen und Hausgemeinden in Algerien schwer. Häufig werfen die Behörden ihren Pastoren Proselytismus vor und schließen die Kirchen. Bischof Desfarges:


„Noch vor kurzem hat das Ministerium für religiöse Angelegenheiten erklärt, es gebe immer noch eine Reihe von Kirchen, die nicht anerkannte Kultstätten unterhalten; allerdings glaube ich, dass da mittlerweile Gespräche im Gang sind... Ich persönlich habe gute Beziehungen zur methodistischen Kirche, die es in Constantine gibt. Allerdings bekomme ich auch mit, dass es manchmal Proselytismus von einigen evangelischen Gruppen gibt, und zwar nicht nur unter Moslems, sondern auch unter Katholiken. Das missfällt mir, weil es Spannungen und Schwierigkeiten schafft.“

(rv 12.02.2012 sk)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Sun, 12 Feb 2012 12:29:35 GMT</pubDate>
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      <title>„Eine intensive Erfahrung“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562527</link>
      <description>  00:02:33:50  „Es war eine starke, intensive Erfahrung, auch in geistlicher Hinsicht.“ Das sagt der Sprecher von Papst Benedikt über den Kongress zum Thema Missbrauch, der in den letzten Tagen an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom stattgefunden hat. Multiplikatoren aus der ganzen Weltkirche hatten daran teilgenommen – und in einer römischen Kirche auch eine Art Mea Culpa für das Versagen vieler Kirchenleute im Umgang mit Missbrauchsfällen formuliert. „Nach dem Skandal-Notstand gehen wir jetzt über zu einer kohärenten, entschiedenen Initiative für Kinderschutz in der Kirche, der Gesellschaft, der Welt“, formuliert Jesuitenpater Federico Lombardi.


„Die höchsten Verantwortlichen der verschiedenen vatikanischen Behörden, die mit der Thematik zu tun haben, haben den Kongress deutlich unterstützt, und er hat sich an die vom Papst vorgegebenen Linien gehalten: erst die Opfer anhören, dann etwas für Heilung und Wiederherstellung der Gerechtigkeit tun, schließlich effiziente Präventions-Maßnahmen erstellen und umsetzen. Die Kirche muss ein völlig sicheres und aufnahmebereites Ambiente für Minderjährige und Jugendliche werden, für ihr menschliches und geistliches Wachstum.“


Die Teilnehmer an dem Symposium, welches von der „Frankfurter Allgemeinen“ in einem Leitartikel vor ein paar Tagen als „historisch“ eingestuft wurde, kamen aus der ganzen Weltkirche – für Lombardi in seinem Radio-Vatikan-Editorial „ein Zeichen, dass die Kirche einen konkreten Beitrag leisten will für den Schutz von Minderjährigen, und zwar in den verschiedenen lokalen Realitäten, in denen sie vertreten ist“.


„Es gibt viele Dimensionen, die man bei einem umfassenden Umgang mit dem Missbrauchs-Problem im Auge behalten muss: die Realität der Familie, die Schulen, die neue Welt des Internets, die Verbreitung von Kinderpornographie, die Ausbildung von Priestern, Lehrern und Erziehern. Die Kirche hat zwar eine jahrhundertealte Erfahrung mit dem Erziehen, muss jetzt aber die grundlegenden Prinzipien des Schutzes von Minderjährigen in sehr verschiedenen Kulturen und Umfeldern in die Tat umsetzen. Sie will es mit Entschlossenheit tun, und in Zusammenarbeit mit den Behörden. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist eines der wichtigsten Aktionsfelder für die Zukunft der Menschheit!“

(rv 12.02.2012 sk)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Sun, 12 Feb 2012 12:05:22 GMT</pubDate>
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      <title>„Anhand von Texten gnadenlos fragen“: Klaus Berger über die Weise, sich heute Jesus zu nähern
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      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562357</link>
      <description>Professor Klaus Berger ist einer der kantigsten Exegeten deutscher Zunge, berühmt ist sein Jesusbuch, das er als Ergebnis eines Lebens voller Forschung für Jesus-Sucher geschrieben hat, berühmt ist auch seine Sammlung von Evangelientexten und anderen frühchristlichen Schriften in neuer Übersetzung und neuer zeitlicher Ordnung. Er war und ist nie um Meinung und Aussage verlegen. Er ist außerdem Familiar im Zisterzienserorden, also auch dem Ordensleben verbunden.
  00:16:44:66  Die italienische Bischofskonferenz hat ihn für eine dreitägige Konferenz nach Rom unter dem Titel „Der gegenwärtige Jesus“ eingeladen, eine Gelegenheit für Radio Vatikan, ihn zu fragen, ob die Theologie und Exegese uns heute helfen kann, Jesus zu begegnen.

„Die Theologen selber haben alles getan, um Jesus verschwinden zu lassen, indem sie ihn bestenfalls einen Sozialrevolutionär haben werden lassen, oder einen Bauernführer, da sind die abenteuerlichsten Jesusbilder entstanden. Die Flut der Jesusliteratur war kein Segen, sondern hat die Menschen noch einmal tiefgreifend verwirrt.“

Ein Auszug aus dem Gespräch mit Pater Bernd Hagenkord: Über verdeckende Theologen, den beunruhigenden Jesus und den suchenden Menschen von heute:
Professor Berger, Sie haben sich Ihr Leben lang mit diesem Jesus beschäftigt. Wie würden Sie unseren Umgang mit Jesus heute diagnostizieren?

„Es herrscht ein bestimmtes Jesusbild vor, dass immer noch den Schlafzimmern des 20. Jahrhunderts entstammt: Jesus als Vegetarier, als Pazifist, als der Mensch, den man eigentlich nicht ganz ernst nehmen darf, dem man auf die Schulter klopft und sagt: Du hast es auch nicht besser gewusst, Kollege. So gehen moderne Menschen mit Jesus um, indem sie ihn einfach nicht für voll nehmen.“

Sie haben einmal gesagt, dass sie sich diesem Jesus halb mit dem Computer und halb auf den Knien genähert hätten: Was würden Sie denn einem modernen Menschen raten?

„Für mich war immer wichtig, wenn ich meinen Studenten anhand von Texten das Jesusbild dieses oder jenen Textes erschlossen habe, dann war irgendwann der Funke übergesprungen. Irgendwann haben die Menschen sich selber auf die Suche gemacht und es spannend gefunden, von ihren eigenen Klischees wegzukommen, hin zu einem lebendigen Jesus, der unalltägliche Dinge zu sagen hat. Nicht nur dass er provoziert, sondern er bringt auch wirklich Neues, was häufig ja verschüttet ist, nicht zuletzt durch die dogmatischen Handbücher, durch die Katechismen und durch die Praxis der Kirchen.“

Was würden Sie denn sagen, wie man sich diesem Jesus, an den Verschüttungen vorbei, nähern kann?

„Indem man anhand von Texten gnadenlos fragt: Wie soll ich das verstehen? Es geht zunächst um das Verstehen eines Fremden, der fremd geworden ist und in anderen Jahrhunderten wahrscheinlich nicht weniger fremd war (..). Es geht um die Begegnung mit einem, der fremd ist und diese Begegnung macht einen schon heiß, wenn man kurz davor ist, etwas davon mit zu bekommen. Es ist wie beim Topfschlagen (...), Theologen können helfen aber die Menschen müssen den entscheidenden Schlag selber machen. Wirkliche Begegnung mit Gott.“

Bleibt uns der Jesus aber nicht doch auch nach allem Erklären und dann Nachfragen letztlich fremd?

„Ich finde, dass man jeden Tag gespannt sein darf, was man an genau diesem Tag aus dem Text herausfindet. Das ist bei manchen Texten manchmal ohne Ergebnis, dass man nichts findet, aber meistens ist es doch so, dass man weiter geführt wird, wirklich weiter geführt wird, so dass Jesus nicht fremd bleibt, sondern neue Eigenschaften von sich zeigt. Genau wie meine Frau auch. Meine Frau liebe ich in vergleichbarer Weise, dass ich gespannt bin, was ich heute an ihr entdecken kann.“

Trage ich dann nicht zu viel von mir selbst in diesem Jesus hinein?

„Dafür ist er fremd genug; das ist das Element der Fremdheit, das mir immer wieder eins auf die Pfoten gibt, wenn ich mich seiner zu sehr bemächtigen will, ihn ideologisch verbrauche, um meine Schnäppchen zu legalisieren.“

Ruhe und beruhigt sein ist das Gegenteil von Bibellektüre?

„Ja. Man muss bereit sein, sich überraschen zu lassen und bereit sein, die liebsten Überzeugungen aufzugeben.“

In der Sprache von heute: Was für ein Jesus ist das für die Moderne?

„Es ist ein Jesus, der von der Suche nach der Wahrheit rastlos umgetrieben wird. So wie man sich Sartre vorstellt, dass er eine Zigarette nach der anderen raucht, weil er mit keiner Antwort zufrieden ist, die er selbst findet.“

(rv 11.02.2012 ord)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <pubDate>Sun, 12 Feb 2012 11:52:15 GMT</pubDate>
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      <title>Papst: „Schluß mit der Gewalt in Syrien!“</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562524</link>
      <description>  00:02:19:56  Benedikt XVI. ruft zu einem Ende der Gewalt in Syrien auf. Beim Angelusgebet am (stellenweise vereisten) Petersplatz drängte er die streitenden Parteien in Syrien zum Dialog. Der Papst sprach von „legitimen Wünschen der verschiedenen Komponenten der Nation“ in Syrien, ohne das allerdings im einzelnen auszuführen. Es müsse auch „dringend auf die Wünsche der internationalen Gemeinschaft geantwortet werden“, die „in Sorge“ sei „über das Wohlergehen der Region“, so Benedikt. Das kann, wer will, als Hinweis auf die Blockade im UNO-Sicherheitsrat hin lesen.


„Ich verfolge die dramatischen und immer häufigeren Episoden von Gewalt in Syrien mit großer Sorge: Sie haben in den letzten Tagen viele Menschenleben gefordert. Ich denke im Gebet an die Opfer, unter denen auch einige Kinder sind, an die Verletzten und an alle, die unter den Folgen eines immer besorgniserregenderen Konfliktes leiden. Ermeut rufe ich dringend dazu auf, die Gewalt und das Blutvergießen einzustellen! Und ich lade alle, vor allem die politischen Autoritäten in Syrien, dazu ein, dem Dialog, der Versöhnung und dem Einsatz für Frieden Vorrang zu geben. Es ist dringend nötig, auf die legitimen Wünsche der verschiedenen Komponenten der Nation zu antworten, und auch auf die Wünsche der internationalen Gemeinschaft, die in Sorge ist über das Wohlergehen der ganzen Gesellschaft wie der Region.“


Trotz des verharschten Schnees hatten auch an diesem Sonntag viele Pilger den Weg auf den Petersplatz gefunden – bei eisigen Temperaturen. 


„Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Im Evangelium des heutigen Sonntags haben wir gehört, wie Jesus mit den Worten „Werde rein!“ einen Aussätzigen heilt. Die Unreinheit isoliert den Kranken von den Menschen. Er wird sogar unfähig, Gottesdienst zu feiern, mit Gott in Beziehung zu treten. Christus führt den Kranken ins Leben und in die Gemeinschaft zurück. Er lädt auch uns ein, aus der Gemeinschaft mit ihm Boten des Friedens und der Hoffnung für unsere Mitmenschen zu werden. Der Herr segne euch und eure Familien!”

(rv 12.02.2012 sk)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>20 Jahre Welttag der Kranken</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562364</link>
      <description>  00:01:13:51  Vor genau 20 Jahren hatte Papst Johannes Paul II. den Welttag der Kranken eingeführt. Er wollte so das Bewusstsein auf alle von Krankheiten heimgesuchten und gezeichneten Menschen lenken. Heute erinnert der polnische Landsmann des seligen Papstes, Kurienerzbischof Zygmunt Zimowski, an diesen Gedenktag, der jeweils am 11. Februar begangen wird. Zimowski ist Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst.

„Dieser Gedenktag ist Teil des Erbes von Johannes Paul II., der sich bereits vor seiner Krankheit für die Menschen einsetzte, die körperlich und seelisch litten. Erinnern wir uns an seine Enzykliken oder Briefe zu dem Thema des Leides. Der Welttag der Kranken möchte auch heute die Menschen und Institutionen daran erinnern, dass kranke Menschen unserer Hilfe bedürfen. Es geht darum, dass Kranke die bestmögliche Unterstützung erhalten sollten, egal wer sie sind und wo sie leben.“

Neben einem Gottesdienst in Rom finden jeweils nationale Veranstaltungen statt. In diesem Jahr steht Lourdes im Mittelpunkt des Welltags. Nächstes Jahr wird Deutschland im Fokus stehen. Doch auch in anderen Ländern finden Veranstaltungen statt. So hat in Österreich Bundespräsident Heinz Fischer anlässlich des Welttags der Kranken eine Grußbotschaft an die Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorger gerichtet. „Ohne die anderen, bleibt jeder von uns, in seinen engen Grenzen gefangen“, schreibt in einem Hirtenbrief der Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Hollerich zum Welttag der Kranken.

(rv 11.02.2012 mg)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Indien: Kooperation statt Korruption</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562358</link>
      <description>  00:02:36:05  Die indische Bischofskonferenz will mithelfen, die grassierende Korruption im Subkontinent zu bekämpfen. Das haben die Bischöfe bei ihrer Vollversammlung diese Woche beschlossen, wie der indische Kardinal Oswald Gracias im Gespräch mit Radio Vatikan sagt. Der Erzbischof von Bombay erinnert daran, dass die Korruption in seinem Land die Mitschuld trage an Armut und Ineffizienz.

„Im Augenblick braucht unser Land eine gute Regierungsführung auf allen Ebenen. Dazu können wir als katholische Kirche Einiges beitragen. Durch unsere Schulen beispielsweise können wir bei der Ausbildung mithelfen, den Sinn für die Gemeinschaft zu fördern. Es geht also darum, dass die Inder lernen, gute Bürger zu sein. Dazu braucht es ethische und moralische Standards, die von allen geteilt werden. Übrigens: das gute Beispiel möchten wir selber machen und unsere eigenen Führungskräfte in Institutionen überprüfen.“

Mit mehr Transparenz wolle die Bischofskonferenz zeigen, dass es sich lohne „ehrlich für alle“ zu arbeiten, fügt Kardinal Gracias an. Indien sei zusammen mit China im Augenblick das Land mit den höchsten Wirtschafwachstumszahlen.

„Doch Fakt ist, dass die Schere zwischen armen und reichen Menschen mehr und mehr auseinander geht. Es gibt zwar immer mehr Inder, die von dem Wachstum profitieren, doch das betrifft Bürger, die bisher schon besser gestellt waren. Die wahren Armen bleiben weiterhin arm oder werden sogar noch ärmer. Und da müssen wir unbedingt etwas dagegen unternehmen.“

Ihm sei bewusst, dass die katholische Kirche in Indien nicht überall gut angesehen sei. Angriffe auf Kirche und christliche Gemeinschaften sind noch in vielen Regionen Indiens aktuell.

„Es gibt zwar weiterhin Angriffe gegen Katholiken. Das gilt insbesondere noch im Süden in Karnataka. Auch im Bundesstaat Kaschmir hatten wir jüngst solche Fälle. Doch diese Angriffe können uns nicht davon abhalten, unseren Dienst für die gesamte indische Gesellschaft anzubieten und mitzuhelfen aus Indien ein besseres Land zu machen.“

Als Zeichen der Solidarität fand die Vollversammlung der Bischofskonferenz gerade in Bangalore im Bundesstaat Karnataka statt, wo die Christenverfolgung derzeit am stärksten verbreitet ist. Die Versammlung stand unter dem Leitwort: ,,Ein besseres Indien: Die Rolle der Kirche“. Insgesamt haben über 160 katholische Bischöfe der drei verschiedenen katholischen Riten (lateinisch, syro-malabrisch und syro-malankarisch) teilgenommen. Unter den Gästen waren der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Peter Turkson, sowie verschiedene indische Wissenschaftler.

(rv 11.02.2012 mg)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>USA: Bischöfe unzufrieden mit Obamas Änderungen</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562353</link>
      <description>  00:02:51:94  Die US-Bischöfe sind mit den Änderungen Barack Obamas an der Gesundheitsreform unzufrieden. Der US-Präsident hatte am Freitag angekündigt, empfängnisverhütende Mittel und Sterilisierungen für Arbeitnehmer nicht von den Unternehmern, sondern von den Krankenversicherungen finanzieren zu lassen. Nach der ursprünglichen Regelung sollten die Arbeitgeber selber für diese Kosten aufkommen. Davon sollten zwar Religionsgemeinschaften ausgenommen sein, nicht aber Unternehmen in konfessioneller Trägerschaft wie Krankenhäuser oder Schulen. Dagegen lief die katholische Kirche Sturm. Die neue Regelung würde immer noch die Religionsfreiheit in den USA angreifen, kritisieren die Bischöfe in einer Mitteilung von diesem Freitag. Abtreibung und Verhütungsmittel werden weiterhin als „staatlich anerkannte Mittel der Familienplanung“ gefördert. Dies sei nicht hinnehmbar, so die Bischöfe.

Der deutsche Anwalt Axel Spies lebt seit mehreren Jahren in Washington und ist bei der katholischen deutschsprachigen Gemeinschaft aktiv. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt er, dass Obama auf die katholische Stimme in den USA hören muss.

„Denn egal wie man zu der neuen Maßnahme steht: der Schaden für die Obama-Administration ist eingetreten. Die Gesundheitsreform ist ein Wahlkampf-Thema und beide Parteien (Republikaner und Demokraten; Anm. der Red.) werden das Thema im laufenden Wahlkampf weiter zu ihren Gunsten ausnützen. In einigen wichtigen Bundesstaaten wie Pennsylvania und Ohio spielen die katholischen Wähler eine große Rolle. Der katholische (republikanische) Kandidat Rick Santorum hat ja in den letzten drei Vorwahlen überraschend gewonnen und deswegen ist es wichtig für Obama zu dem Thema Stellung zu nehmen und den Kompromiss zu suchen.“

Der Kompromiss sieht so aus, dass religiöse Arbeitgeber nicht für Familienplanungskosten weiblicher Angestellter zahlen müssten. Stattdessen müsse deren Krankenversicherung die Kosten tragen. Damit werde gewährleistet, dass Frauen unabhängig von ihrem Arbeitgeber Empfängnisverhütungsmittel ohne Zuzahlung bekämen. Zugleich nehme die Regelung Rücksicht auf die „wichtigen Bedenken“, die von religiösen Gruppen vorgebracht worden seien, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Doch vieles bleibt noch unklar, sagt Spies.

„Es ist zu beobachten, dass eine Reihe von Religionsvertretern von jüdischer oder evangelikaler Seite zusammen mit katholischen Vertretern ein Bündnis geschlossen hat, um gemeinsam Angriffe auf die Religionsfreiheit abzuwehren. Deshalb bleibt die Gesundheitsreform auch weiterhin ein Thema.“

Präsident Obama hat bei seiner Ankündigung auch über die Religionsfreiheit gesprochen.

„Er hat dieses Stichwort erwähnt und von seiner Berufserfahrung erzählt, als er als Anwalt in Chicago mit katholischen Trägern kooperierte. Obama sagte, dass er selbstverständlich die Religionsfreiheit respektiere und hoffe, dass mit seinem Kompromiss die richtige Entscheidung getroffen habe.“

Die Bischöfe kündigten an, sie würden weiterhin mit unvermindertem Druck gegen die Bestimmungen vorgehen. Zugleich riefen sie alle katholischen Gläubigen und alle US-Bürger dazu auf, die Religions- und die Gewissenfreiheit aller zu schützen.

(rv 11.02.2012 mg)</description>
      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Sahel-Stiftung: Wir können den Hunger bekämpfen, wenn die Welt zusammen steht</title>
      <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=562289</link>
      <description>In Rom trafen sich in den letzten drei Tagen die Vertreter der „Stiftung Johannes Paul II. für den Sahel“. Der damalige Papst hatte diese Stiftung bereits 1980 nach der Biaffra-Katastrophe gegründet, seitdem bemüht sie sich um Aufbauhilfe und finanziert Projektarbeit. An diesem Freitag empfing Papst Benedikt XVI. die Mitglieder in Audienz, seinen Appell zur Hilfe für den Sahel richtete er an die gesamte Weltgemeinschaft.

Konsequente Maßnahmen gegen das Fortschreiten der Wüstenbildung fordert der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, der auch Mitglied des Verwaltungsrates der Stiftung ist. „Wüstenbildung ist kein Schicksal. Die Menschen in der Sahelzone können viel durch verbesserte landwirtschaftliche Methoden zum Kampf gegen die Wüste beitragen“. Daneben müssten aber auch international „deutlich mehr Schritte“ gegen den weltweiten Klimawandel und die Wüstenbildung getan werden, erinnerte Schick.
Im Gespräch mit Radio Vatikan berichtet Erzbischof Schick von den Gesprächen der Stiftung:

  00:05:28:30  „Die Hungersnot in Afrika und in der eigentlichen Sahel-Zone nimmt wieder zu. Das beschäftigt uns und vor allem bedrückt es uns. Die Stiftung gibt es jetzt seit 1984. Wir hatten gedacht, dass sich das alles bessert, aber leider Gottes war es nicht so. Es gibt viele Faktoren, die politischen Verhältnisse spielen eine Rolle, aber eine entscheidende auch der Klimawandel. So ist die Stiftung vielleicht wichtiger denn je, einmal, um den hungernden Menschen zu helfen, aber auch, um Bewusstsein zu schaffen dafür, dass der Klimawandel nicht weiter fortschreiten darf, sondern dass wir alles tun müssen, um ihn aufzuhalten.“

Vielleicht noch einmal als Hilfestellung: Die Sahelzone umfasst genau welche Länder?

„Zu unserer Stiftung gehören acht Länder: Das ist der Senegal, das ist Mauretanien, das ist Niger, das ist Guinea und Guinea Bissau. Es geht eigentlich herüber bis Äthiopien, aber wir beschäftigen und hauptsächlich mit den Ländern, die ich eben genannt habe.“

Und die Stiftung ist eine Stiftung der Kirche?

„Ja, die Stiftung wurde von Papst Johannes Paul II. eingerichtet und nach ihm ist sie auch benannt: ‚Fondation Jean Paul II.’. Er hat sie 1984 eingerichtet, als die sogenannte Biaffra - Katastrophe besonders groß war. Das Grundkapital hat damals Deutschland gestiftet und zwar bei seinem ersten Besuch in Deutschland. Damals wurde das Geld, das gesammelt würde, eben für diese Stiftung gesammelt, auf Grund des Wunsches des Papstes. Damit wurde die Stiftung dann gegründet.“

Wenn Sie von Umweltfaktoren und Klimawandel sprechen, dann hat das ja vor allem mit Versteppung zu tun; ganze Landstriche stehen nicht mehr für Ackerbau und Viehzucht zur Verfügung. Wie kann man dem in Afrika entgegen wirken?

„Man kann schon einiges tun, zum Beispiel in dem man Land nicht weiter versteppen lässt. Wie ist das möglich? Indem man zum Beispiel die Tropfenbewässerung vorantreibt, das heißt ganz gezielt mit wenig Wasser Pflanzen aufbaut und am Leben erhält. Diese Pflanzen irrigieren dann auch wieder, das heißt sie schaffen Wasser im Boden und somit kann Grünfläche sich auch ausbreiten. Es ist natürlich auch möglich, Zisternen zu schaffen, denn ab und zu regnet es doch. So kann man dann Wasser auffangen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wir versuchen, alle zu nutzen.
Vor allen Dingen ist es natürlich auch wichtig, so etwas wie ein Fortbildungsprogramm für die Bevölkerung zu schaffen, ganz besonders für die Frauen, denn die sind die eigentlichen Träger der Entwicklung: Damit sie wissen, wie man mit Wasser umgeht und wie man Pflanzen am Leben erhält und man auch dazu beitragen kann, damit sie sich ausbreiten.“

Sie haben auch politische Entwicklungen genannt, Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch in Afrika noch einmal deutlich die Staatschefs und Verantwortungsträger aufgefordert, die Zukunft der nächsten Generation nicht zu verschwenden. Was kann man in politischer Hinsicht tun?

„Ein großer Faktor für die Verarmung der Bevölkerung ist natürlich die Korruption. Da kann man verschiedenes tun. Wir als Christen können für Wertebewusstsein werben und auch zu Wertebewusstsein erziehen. Die Stärke der Kirche in Afrika ist sicher die Erziehung und für Entwicklung sind Bildung und Erziehung sicherlich die wichtigsten Faktoren, vom Kindergarten angefangen bis hin zur Erwachsenenbildung.
Das andere ist natürlich, dass wir auf die Regierungen in Europa und in Deutschland speziell Druck ausüben, dass sie die Regierungen dort mahnen, dass sie die Korruption zurück drängen und demokratische und transparente Regierungsstrukturen schaffen.“

Wie genau kümmert sich die Stiftung nun darum, genauer gefragt: Was verhandeln Sie bei Ihrer Sitzung hier in Rom? Wird da eher allgemein gesprochen oder werden konkrete Projekte verhandelt?

„Die Sitzung hat zwei Teile. Der erste Teil hat mit Geld zu tun, wir geben Geld. Alle Länder, die zur Stiftung gehören, können über die Bischöfe Anträge an die Sahel-Stiftung stellen und dann wird das verfügbare Geld aufgeteilt. Das ist Projektarbeit und Projektvergabe.
Das andere ist, dass wir auch Bewusstsein schaffen wollen, dass weltweit die Sahel-Zone im Bewusstsein bleibt und man auch weltweit spürt, was für Nöte dort in dieser Zone vorhanden sind und im Augenblick wieder wachsen. Dort sterben Menschen an Hunger. Das muss nicht sein, wenn die Weltgemeinschaft zusammen steht und den Hunger dort bekämpft.“

Hilfe für den Sahel seit fast 30 Jahren
Durch Förderung der ländlichen Entwicklung, durch Aufforstung sowie Maßnahmen zur Sanierung des Bodens und zur Wasserhaltung bekämpft die Sahelstiftung seit 28 Jahren insbesondere im Bereich von Bildung und Ausbildung die Versteppung und die Not der ärmsten Bevölkerungsschichten. Die Projekte werden unabhängig von der Religionszugehörigkeit der Bevölkerung gefördert. Seit 1984 konnten mehr als 40 Millionen Euro für über 3.500 Projekte bewilligt werden.

(rv/kna 11.02.2012 ord)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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      <title>Die Betrachtung zum Sonntag</title>
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      <description>  00:07:07:15  Die Wunder Jesu sind Zeichen seiner Macht und der anbrechenden Gottesherrschaft. Jesus ist aber auch wirklicher Mensch, er leidet die Not anderer mit. Aussätzige erfahren seine menschliche Güte und seine göttliche Kraft der Heilung. Jesus hat den Willen zu helfen, und er hat die Macht. Der Geheilte aber kann nicht schweigen, er muss die Macht Gottes bezeugen.

Aus dem Markusevangelium 1: 40-45
In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!
Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein.
Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis meiner Gesetzestreue sein. Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

Die Betrachtung zum Sonntag spricht Pater Bernd Hagenkord SJ

(rv/schott 11.02.2012 ord)
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      <title>Missbrauchskonferenz: Es muss in der Zukunft um Prävention gehen</title>
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      <description>  00:07:00:72  Jesuitenpater Hans Zollner ist einer der Veranstalter des Kongresses zum Sexuellen Missbrauch, der an der Universität Gregoriana stattgefunden hat. Im Gespräch mit Mario Galgano berichtete er von seinen Eindrücken von den Diskussionen, Besprechungen und Treffen.


„Die katholische Kirche ist in allen Kulturen und Sprachen vertreten und das kam bei diesem Treffen sehr deutlich heraus. Es ging darum, wie man in verschiedenen Gesellschaften über das Thema Missbrauch redet und wie man dort damit umgeht. Es gibt Gesellschaften, die das bereits stark reflektiert haben und andere hingegen, bei denen dieses Thema bisher kaum zur Sprache kam. Für uns war es deshalb wichtig, dass wir ein Forum bieten können, damit diese Erfahrungen ausgetauscht werden können. Damit hatten jene erfahrene Länder die Möglichkeit, anderen Gesellschaften, die nicht darüber sprechen, mitzuteilen, dass man insofern etwas gegen das Problem unternehmen kann, indem man auf die Vergangenheit schaut und auf die Opfer hört, therapeutische Mittel anbietet und so gut es möglich ist auf Versöhnung hinarbeitet una auf die Prävention schaut. Damit in der Schule und im Pfarreileben die Leute auch in der Lage sind mit Missbrauch gut umzugehen und die Kinder in diesen Gesellschaften selbst gestärkt werden. Wir reden, wenn wir von der katholischen Kirche reden, über die Präsenz in 200 Ländern und da wird klar, dass es nicht nur den westlichen weg gibt über Sexualität, sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt zu reden.


Diese Verschiedenheit in der Weltkirche kam bei dem Symposium sehr stark zum Ausdruck. Gibt es trotzdem etwas Verbindendes, das die ganze Weltkirche konkret aufnehmen kann?

Es gibt die kirchenrechtliche Ebene, die für alle Länder gleich ist. Es gibt von der Kirche her diese Normen, die auch in den letzten zwei Jahren verschärft wurden. Auch seit 2000, seitdem der damalige Kardinal Ratzinger die Zuständigkeit für die Behandlung solcher Fälle an die Glaubenskongregation gezogen hat, gibt es eindeutige Maßnahmen und Richtlinien. Die sind für alle gleich. Was noch nicht gleich war, aber wozu ich glaube, dass wir auf diesem Symposium einen kleinen Beitrag geleistet haben, ist, dass das Bewusstsein in der Weltkirche, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen deutlich gestiegen ist.

Wir haben gesehen, dass die Bischöfe aus 110 Ländern hier miteinander auch darüber gesprochen haben, wie unterschiedlich sie in ihrem Vorwissen sind, wie unterschiedlich sie auch in ihren Reaktionen waren und sind und dass sie auch voneinander lernen können. Wir glauben auch, dass wir durch die Präsenz der Leiter von verschiedenen Dikasterien auch gesehen haben, dass es eine deutlich klare Position auf Seiten der Hauptverantwortlichen der obersten Kirchenleitung gibt, dass man über diese Themen reden muss und in die Prävention gehen muss. Wir haben mit dem Zentrum für Kinderschutz, das wir als Universität Gregoriana in München eingerichtet haben, versucht, einen kleinen Beitrag zu leisten, damit ersten eine Grundinformation für pastorale Mitarbeiter gegeben werden kann: Was bedeutet Missbrauch, wie gehe ich mit Opfern und Tätern um, wie ist die Rechtslage in dem jeweiligen Land.

Heute Nachmittag kam im Plenum noch einmal sehr deutlich im heraus, dass es sehr viele Leute gibt, die daran interessiert sind mitzuarbeiten. Insofern sehe ich eine Entwicklungsmöglichkeit über dieses Zentrum hinaus, dass mit der e-learning-Institution der Gregoriana ein Koordinationsinstrument geschaffen wird, damit die vielen Initiativen, die es weltweit in der Kirche zum Kinderschutz gibt, auch tatsächlich zum Tragen kommen. Dass man von den Besten Praktiken, die es weltweit zum Kinderschutz gibt, auch ein vernetzte Möglichkeit hat, sie anderen zugänglich zu machen.


Gibt es auch die Idee, dass solche Konferenzen in Zukunft regelmäßig stattfinden, um zu sehen, wo man angelangt ist?

„Die Gregoriana und das Kinderschutz-Zentrum in Deutschland werden voraussichtlich jährlich eine Tagung durchführen. Das wird und kann natürlich nicht die Dimension haben, wie die jetzige Konferenz. Wir hatten hier praktisch die Vertretung der gesamten Weltkirche in Rom. Darüber hinaus habe ich auf diesem Symposion von vielen Teilnehmern gehört, dass sie auf nationale oder regionale Ebene solche Treffen durchführen möchten. Da spielt auch der kulturelle Hintergrund eine große Rolle. Wir werden sehen, in welchem Zeitrahmen. Aber ganz sicher wird es nach den drei Jahren der Pilotphase des Zentrums ein Resümee geben. Dort werden wir dann das zurückmelden, was wir erfahren haben. Im Kontakt mit 8 Ländern weltweit werden wir auch einen gewissen Erfahrungswert haben, wie man das, was wir uns in Deutschland, in Europa, im Westen denken, auch wirklich in andere Kulturen und andere Sprachen übersetzten kann."

(rv 10.02.2012 mg)
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      <author>webteam@vaticanradio.org</author>
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