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04/01/2008 14.25.54



Burma: Trauriger Nationalfeiertag






Zum 60. Mal begeht Burma an diesem Freitag seine Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht. Viel zu feiern gibt es freilich nicht: An der Oberfläche hat sich nach den Demonstrationen der burmesischen Mönche die Situation zwar beruhigt, insgesamt versinkt das Land aber in Armut. Das berichtet Stefan Huppertz, Asien-Experte des Malteser-Hilfsdienstes, der noch vor wenigen Wochen in Burma war.

"Mittlerweile sind die Straßensperren verschwunden, die noch im Oktober das Stadtbild geprägt hatte. Es sind auch wieder Mönche auf den Straßen. An der Oberfläche hat sich die Lage beruhigt. Aber das ändert nichts daran, dass viele Teile der Bevölkerung ums tägliche Überleben kämpfen müssen."

Die Ursache dafür sind Preiserhöhungen, die die Regierung verhängte. Das größte Problem für Hilfsorganisationen wie die Malteser ist es, Menschen in Randgebieten und städtischen Armenvierteln zu erreichen.

"In den Randgebieten und Armenvierteln der Städte, die keine Möglichkeit zur Selbstversorgung haben, sind die Menschen von den Preiserhöhungen besonders betroffen. Wir konzentrieren uns auf Gesundheitsprojekte - Menschen am Existenzminimum haben ja kaum Möglichkeiten gesundheitlicher Versorgung. Wir versuchen mit präventiven Maßnahmen anzusetzen, etwa im Bereich Malaria- und Tuberkulose-Kontrollprogramme, und wir versuchen die Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken."

"Zwischen Bangen und Hoffen" beschreibt Stefan Huppertz die Atmosphäre im Burma von heute.

"Die Menschen sind so sehr mit dem Überleben beschäftigt, und damit, den Alltag für ihre Familien sicherzustellen, dass die politischen Rahmenbedingungen in den Hintergrund treten. Die humanitäre Krise hat sich von der Politik losgelöst."

Stefan Huppertz, der Burma bereits seit sieben Jahren als Malteser-Referent beobachtet, sieht auch die Zukunft Burmas düster:

"Die Lage ist gerade in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Hygiene derart dramatisch, dass, egal wie sich die Situation entwickeln wird, die Bevölkerung noch über Jahre auf unsere Zusammenarbeit und unsere Solidarität angewiesen sein wird."
(domradio 05.01.2008 gs)


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