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05/01/2009 14.53.37



Vatikan/Mexiko: Familienkongress will Politiker ansprechen






Die Familie ist für menschliche und christliche Werte verantwortlich. Das unterstreicht das Motto des sechsten Weltfamilienkongresses, der vom 13. bis 18. Januar in Mexiko-City stattfindet. Organisator ist der Päpstliche Familienrat. Dessen Präsident, Kardinal Ennio Antonelli, erklärt gegenüber Radio Vatikan die Zielsetzung des Treffens, zu dem Christen aus allen Kontinenten erwartet werden:
„Es sind viele Politiker aus der ganzen Welt eingeladen. Wir wollen uns für eine Kultur, für politische Sensibilität einsetzen, welche die auf der Ehe gegründete Familie fördert und „schützt, gerade auch im Hinblick auf Zeugung und Erziehung von Kindern. In vielen Ländern ist der Geburtenrückgang ein dramatisches Problem, das Thema soll daher ins Zentrum der Aufmerksamkeit aller gerückt werden.“
Katholischer Weltfamilientag, Weltjugendtag für Erwachsene könnte die fünftägige Veranstaltung in Mexiko heißen. Sie will auch Impulse für Pastoral setzen:
„Der Kongress will den Seelsorgern und den in der Pastoral Tätigen bewusst machen, dass sie die Familien dazu anstiften müssen, ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Sie sollen sich Verbänden anschließen, die die Rechte der Familie fördern. Eine familienfreundliche Politik gibt es nur mit starken Verbänden und einem Netzwerk, das weltweit für die Belange der Familie eintritt.“
Für den Vatikan reist Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone nach Mexiko. Ärzte hatten wegen der Höhenlage dem Papst von der Reise abgeraten. Benedikt XVI. betonte indes in einem Schreiben zur offiziellen Beauftragung Bertones die wichtige Rolle der Eltern für Kirche und Gesellschaft. „Die Eltern sind die ersten Erzieher ihrer Kinder, und im Bereich von Bildung und Erziehung spielen sie eine fundamentale Rolle.“
Doch gleichzeitig stehen Eltern vor großen Schwierigkeiten, betont im Gespräch mit Radio Vatikan die Präsidentin der Organisation „Wissenschaft und Leben“, Maria Luisa Di Pietro:
„Es braucht eine Politik, die zum einen Familien hilft, die bereits Kinder haben, zum anderen jenen Menschen, denen es nicht möglich ist, eine Familie zu gründen. Ich denke da an junge Menschen, die sich ein Familienleben heute kaum noch vorstellen können, weil sie keinen Beruf haben und sich keine Existenz aufbauen können. Dann brauchen Kinder in den ersten Lebensjahren die Nähe der Eltern, vor allem der Mutter. Wenn jemand krank wird, sind Familien oft sich selbst überlassen. Dann kommen Erziehungsprobleme… Maßnahmen zum Wohl der Familien sind also mit Sicherheit zunächst wirtschaftlicher, finanzieller Natur. Aber es braucht auch psychologische, erzieherische und besonders kulturelle Unterstützung.“
Entscheidend für das Treffen in Mexiko ist die Verbindung von sozialpolitischen und religiösen Zielen. Der letzte Abend der Familienkongresse wird - wie bei den Weltjugendtagen - traditionelle als Gebetsvigil begangen. Familien aus den fünf Kontinenten legen dabei Zeugnis für ihren christlichen Glauben und seinen Sitz in ihrem Leben ab. Kardinal Antonelli:
„Die Familie aus Europa berichtet von Verkündigung in stark säkularisiertem Kontext. Die Familie aus den USA ist ehrenamtlich sehr engagiert, die aus Lateinamerika ist sehr couragiert und musste, was Arbeit und Gesundheit angeht, überaus prekäre Situationen meistern. Die Familie aus Afrika wird über das Teilen in extremer Armut sprechen. Teilen, auch wenn wenig da ist, das steht für die Kultur des Gebens. Die Familie aus Asien schließlich engagiert sich für den Dialog, und das unter Diskriminierung und dem derzeitigen Klima der gewalttätigen Christenverfolgung. So zeigen wir, wie die christliche Familie auf verschiedenen Feldern, in verschiedenen Situationen, Licht der Welt und Salz der Erde sein kann.“
(rv 05.01.2009 bp)


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