RVRadio Vatikan
foto

Kategorien


  Caritas und    Solidarität


  Kirche


  Kultur und    Gesellschaft


  Vatikan


  Synode


  Ökumene


  Familie


  Jugendliche


  Gerechtigkeit und    Friede


  Politik


  Religion und Dialog


  Wissenschaft und    Ethik


  Audienzen und    Angelus


  Apostolische Reisen


cx_tc06


CTV - You tube

CTV



 home > Kirche > Nachrichten


04/11/2009 12.55.26



Vatikan: Papstsprecher, ein erstaunliches Urteil






Das Kreuzzeichen in den Klassenzimmern staatlicher Schulen ist nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar – so entschied am Dienstag der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Die Richter gaben damit einer aus Finnland stammenden Italienerin einstimmig Recht. Sie hatte darauf geklagt, in Italien ihre Kinder in Räumen ohne religiöse Symbole unterrichten zu lassen. Das Kruzifix im Klassenzimmer verletze die Religionsfreiheit der Schüler, so das Urteil. Es bezieht sich auf Italien, hat aber Tragweite für den ganzen Kontinent. Entsprechend irritiert reagieren die Kirchen quer durch Europa. Auch im Vatikan wurde der Schiedsspruch mit Erstaunen und Bedauern aufgenommen. P. Federico Lombardi, Pressesprecher des Heiligen Stuhles:
„Es ist schwerwiegend, ein fundamentales Zeichen der religiösen Werte in der Geschichte und der Kultur Italiens aus Bildung und Erziehung ausschließen zu wollen. Die Religion leistet einen wertvollen Beitrag für die Bildung und das moralische Wachsen der Menschen, und sie ist ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Es ist falsch und kurzatmig, das alles aus unserer Bildungswelt ausschließen zu wollen.“

Es sei erstaunlich, dass ein europäischer Gerichtshof schwerwiegend in eine Angelegenheit eingreift, die mit der historischen, kulturellen und geistlichen Identität Italiens zutiefst verbunden sei, so Lombardi.

„Das ist nicht der Weg, auf dem das Wohlwollen und die Teilhabe an der europäischen Idee vermehrt wird, die wir als italienische Katholiken von Beginn an sehr unterstützt haben. Es scheint, als ob man die Rolle des Christentums in der Entstehung der europäischen Identität verkenne wollte, wo sie doch in Wirklichkeit wesentlich war und bleibt. Das Kreuz war immer ein Zeichen der Hingabe der Liebe Gottes, seiner Verbundenheit und der Annahme der gesamten Menschheit. Es ist enttäuschend, dass es nun als Zeichen der Trennung, des Ausschlusses und der Begrenzung von Freiheit gesehen wird. Das ist das Kreuz nicht - und das ist es auch nicht in der Wahrnehmung der Menschen.“

Auch die italienische Bischofskonferenz äußerte in einer Stellungnahme "Bitterkeit und Verblüffung". Selbst unter Politikern in Italien stieß die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte mehrheitlich auf Kritik. Die Regierung in Rom kündigte bereits Beschwerde gegen die Entscheidung an.

(rv 04.11.2009 ord)


  « Zurück

 



Kirche

04/11/2009 14.30.22
Vatikan: „Es bleibt nur das Kürbisfest übrig“


04/11/2009 13.52.52
Generalaudienz: „Theologische Konflikte sind möglich“


04/11/2009 11.45.46
Empörte Reaktionen auf Kruzifix-Urteil


04/11/2009 11.45.11
Damals: Kardinal Ratzinger zum (dt.) Kruzifixurteil


03/11/2009 17.02.05
EU/Italien: Urteil gegen Kreuze in italienischen Klassenzimmern



Ähnliche Kategorien


Vorige seite  Vorige Seite
website  Website
Kontakt  Kontakt
top
top
All the contents on this site are copyrighted ©. Webmaster / Credits / Rechtliche Hinweise
top
top