In der Redaktion arbeiten zur Zeit Mario Galgano, P. Bernd Hagenkord SJ, Stefan Kempis, Aldo Parmeggiani, Veronika Pohl, Birgit Pottler, Anne Preckel, Gudrun Sailer, dazu Jasmin Bezai und für jeweils zwei Monate ein Praktikant oder eine Praktikantin.
Das Zielgebiet der deutschsprachigen Redaktion ist Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol, Elsass, Ostbelgien, die Niederlande, Schlesien.
KONTAKTAUFNAHME
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ
Radio Vatikan, Deutsche Abteilung,
I-00120 Città del Vaticano
Fax +390669883844 E-Mail : deutsch@vatiradio.va
AUFTRAG
Radio Vatikan ist der „Sender des Papstes“ mit dem Auftrag,
* die Lehre der katholischen Kirche zu verbreiten,
* über die Tätigkeiten des Vatikans zu berichten
* das Leben der Katholiken in aller Welt widerzuspiegeln
* Fragen der Zeit aus dem Glauben zu beantworten.
Es geht darum, dem interessierten Publikum zu erklären, was die katholische Kirche tut und lehrt, was die Christen in aller Welt unternehmen oder leiden. Die Sendungen richten sich zwar in erster Linie an Katholiken, aber auch an alle Interessierten. Der Sender ist ein Kommunikationsinstrument der Kirche, damit die Kircheneinheit gestärkt und bewahrt wird.
Von den Aktivitäten des Papstes und des Vatikans werden natürlich nur diejenigen gemeldet, die für das deutschsprachige Publikum interessant und wichtig sind. Daneben spielen ähnlich das Leben der Weltkirche, ihre Fragen, Probleme und Erfolge eine große Rolle. Wichtige Vorgänge in den anderen Konfessionen und Religionen sind auch Themen von Radio Vatikan.
Radio Vatikan will einen Beitrag leisten für die Verständigung zwischen Menschen, Konfessionen, Religionen und Völkern. Zu seinen Zielen gehört der Schutz der Menschenrechte, der Religionsfreiheit sowie Versöhnung, Verständigung und Frieden in Gerechtigkeit. Radio Vatikan will auch „Stimme der Stimmlosen“ sein.
In der Gewichtung der Bereiche und der Programmgestaltung sind die einzelnen Sprachabteilungen eigenverantwortlich.
STRUKTUR
Radio Vatikan gehört zum päpstlichen Staatssekretariat, das etwa mit einer Staatskanzlei oder einem Bundeskanzleramt verglichen werden kann.
Radio Vatikan wurde bei seiner Gründung dem Jesuitenorden anvertraut. Diese Beauftragung wurde vor vier Jahren im Status bestätigt. Daher stellt der Jesuitenorden die führenden Direktoren. Es sind der Generaldirektor, der auf Vorschlag des Jesuitenordens vom Papst ernannt wird, unter ihm der Programm-, und der Technische Direktor, die aufgrund von Vorschlägen aus dem Jesuitenorden vom Kardinalstaatssekretär ernannt werden. Zudem gibt es einen Verwaltungsdirektor, derzeit ein Laie.
Unter ihnen sind einige Leiter von Sprachabteilungen ebenfalls Mitglieder des Jesuitenordens. Die meisten Chefs der Sprachabteilungen sind aber Laien, ebenso wie die allermeisten Redakteurinnen und Redakteure.
Hier die Sprachpalette
Die Programmdirektion ist aufgegliedert in rund 40 Sprachredaktionen, die je nach Sendezeit zwischen drei und sechs Mitglieder haben. Insgesamt sendet Radio Vatikan aber in 48 Sprachen.
Die Sendungen sind über Mittel- und Kurzwelle in Europa und über Kurzwelle in allen Teilen der Welt zu hören, außerdem auch über Satellit und im Internet.
Die Sprachabteilungen haben pro Tag rund 30 Minuten Sendezeit, die mitunter mehrfach ausgestrahlt werden. Die Ausstrahlungszeiten liegen so, dass es im Zielland morgens oder abends ist. Der Inhalt der täglichen Programme unterscheidet sich von Sprache zu Sprache stark, da die Zusammensetzung und die Erwartung des Publikums sehr unterschiedlich sind.
Neben den Sprachprogrammen gibt es Nachrichtendienste in Englisch, Französisch und Italienisch, die mehrmals täglich Magazinsendungen ausstrahlen. Radio Vatikan strahlt auch Gottesdienste und Gebetssendungen aus: täglich morgens eine lateinische Messe und das Stundengebet der Laudes, nachmittags das Stundengebet der Vesper sowie der Komplet und abends das lateinische Rosenkranzgebet. Sonntags werden Liturgien in verschiedenen Sprachen, sowie Messen in mehreren Sprachen ausgestrahlt. Außerdem gibt es Musiksendungen, die über UKW in Rom sowie im Internet weltweit zu hören sind.
Die rund 210 männlichen und weiblichen Redakteure kommen aus etwa 60 Ländern der Erde. Insgesamt sind etwa 400 Personen bei Radio Vatikan angestellt. Radio Vatikan beschäftigt auch Auslandskorrespondenten, die aber nicht ausschließlich für Radio Vatikan arbeite.
GESCHICHTE
Radio Vatikan wurde im Jahr 1931 von Papst Pius XI. - zwei Jahre nach Abschluss der Lateranverträge mit dem Staat Italien - gegründet. Der Papst beauftragte den Erfinder Italiener Guglielmo Marconi damit, den Sender technisch aufzubauen. Damit gehört Radio Vatikan zu einer der ältesten Rundfunkstationen der Erde und ist seit vielen Jahrzehnten auch Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU).
Anfangs wurden nur stundenweise Papstansprachen und sonstige Sendungen auf Latein und Italienisch übertragen, bald kamen in unregelmäßigem Abstand auch Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch dazu. Während der Nazi-Diktatur war Radio Vatikan dem Hitler-Regime ein Dorn im Auge, weil es innerhalb der Achsenmächte eine nicht angepasste Stimme war. Nach dem Krieg strahlte der Sender zehntausende Personen-Suchmeldungen aus und leistete dadurch wesentliche humanitäre Hilfe.
Mit der enormen Ausbreitung des kommunistischen Machtbereiches nach Westen kamen rund 10 neue Sprachen bei Radio Vatikan dazu, die bis Lettisch und Albanisch reichen.
Im Lauf der nächsten Jahre wurden dann auch die Programme Richtung Lateinamerika und Ostasien ausgebaut. Die letzte größere Neuerung sind die Programme in Kisuaheli und gelegentlich auch in anderen afrikanischen Sprachen.
Schon die Berichterstattung vom Zweiten Vatikanischen Konzil war eine große Herausforderung für die einzelnen Redaktionen. Diese Herausforderung wuchs ganz gewaltig durch die über 90 Pastoralreisen von Papst Johannes Paul II. in alle Länder der Erde, bei denen jeweils einige Redakteure und Techniker mit dabei sind.
TECHNIK
Das Radio begann mit einem Kurzwellensender von 15 Kilowatt auf der Spitze des Vatikanhügels, der aber schon in aller Welt gehört werden konnte. Bis 1957 waren alle weiteren Antennen ebenfalls hinter den vatikanischen Mauern, bis es sich herausstellte, dass man für die weltweite Ausstrahlung der Programme eine große Sendeanlage benötigte. Daher wurden auf einem landwirtschaftlichen Gelände von über 400 Hektar rund 25 Kilometer von Rom entfernt, das dem Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom gehörte, diese Sendestation gebaut.
Sendegelände Santa Maria di Galeria:
Sender: Kurzwelle: fünf zu je 500 kW, vier mit je 400 kW
Mittelwelle: je einer zu 600, 250, 120 und 50 kW
Antenne: Kurzwelle: drei Drehantennen und 28 feststehende
Mittelwelle: je eine zu 600 und zu 150 kW, Richtantennen
Die größte Drehantenne auf dem Gelände ist über 100 Meter hoch und ebenso breit, die feststehenden Kurzwellenantennen sind in Form eines "Y" über ein großes Gelände verteilt. Mit den Kurzwellensendern sind alle Teile der Welt erreichbar, die Mittelwellenprogramme sind bei Dämmerung oder Dunkelheit in fast ganz Europa zu hören. Auf Grund der sehr strengen Elektrosmogverordnungen in Italien wurde zum 1. Oktober die Ausstrahlung eines Teils der Mittelwellensendungen auf eine Sendeanlage von Radio Montecarlo verlagert.
Zusätzlich arbeiten im Vatikan:
Sender: UKW: je eine zu 5, zu 10 und zu 30 kW
je zwei zu 15 und zu 20 kW
Kurzwelle: je einer zu 80, zu 25 und zu 5 kW
Mittelwelle: drei zu 5 kW
Antenne: Kurzwelle: Zwei Drehantennen zu 80 kW
Mittelwelle: eine zu 10 kW
Alle Sendungen sind live und „auf Abruf“ im Internet zu hören. Rundfunkstationen in aller Welt können die Programme mit Hilfe eines Passwortes herunterladen und mit entsprechender Genehmigung wiederausstrahlen.
Die Redaktionen und die meiste Technik sind im Palazzo Pio nahe der Engelsburg in Rom.
FINANZEN
Radio Vatikan wird weder durch Werbung noch durch Gebühren finanziert, sondern ist ein Teil des Gesamthaushaltes des Apostolischen Stuhls. Der Sender kostet pro Jahr rund 20 Millionen Euro, die in Gehälter, Technik sowie auch in technische Neu-Entwicklungen gehen.
Die Gesamtausgaben des Apostolischen Stuhls von jährlich rund 300 Millionen Euro werden aus drei Quellen gespeist: Beiträge von Diözesen, Orden, kirchlichen Gemeinschaften und Privatpersonen; durch Kapitalerträge und Eigenleistungen des Vatikanstaates z.B. durch Briefmarkenverkauf.